Rayk (24)

Rayk (24)
„Ich nehme aus der Veranstaltung mit, dass es wohl in Zukunft erst mal keine Wasserkriege geben wird, aber man wachen Auges die Privatisierung von Wasser in Krisengebieten beobachten sollte.“

Erandhi (21)

Erandhi (21)
„Mir hat die Veranstaltung gut gefallen, weil die Moderatoren das Publikum früh in die Diskussion einbezogen haben und es dadurch nicht so staubtrocken war, wie sonst häufig bei Podiumsdiskussionen.“

René (27)

René (27)
„Ich fand es super, dass ein Vertreter aus Jordanien da war. Seine Erfahrungsberichte aus der Krisenregion haben der Veranstaltung viel Tiefe und Authentizität gegeben.“

Wasserkriege? Realität oder Science-Fiction

Wassermanagement zwischen Konfrontation und Kooperation

Podiumsdiskussion am 08. November 2011 um 20.00 Uhr in der Kalkscheune (Johannisstraße 2, Berlin-Mitte).
Einlass und Kunstprogramm ab 19.00 Uhr.

Eine Tasse Kaffee, das sind 145 Liter Wasser, auch wenn am Ende nur ein paar Schlückchen in eine Frühstückstasse passen. Für den Anbau der Bohnen, für den Transport, das Rösten und die Weiterverarbeitung wird Wasser verbraucht – so genanntes virtuelles Wasser, das während der gesamten Produktionskette von Konsumgütern anfällt. 200 Liter Wasser für ein Frühstücksei, 11.000 Liter Wasser für eine Jeans, egal, was wir essen oder anziehen: wir verbrauchen Wasser, und zwar eine ganze Menge.

Auf einen Durchschnittseuropäer kommen jeden Tag etwa 4.000 Liter an virtuellem Wasser. Dem stehen weltweit 1,4 Milliarden Menschen gegenüber, die kein oder zu wenig sauberes Wasser haben. Weil das Wasser so ungleich verteilt ist und sich außerdem nicht an politische Grenzen hält, birgt es gleich ein doppeltes Konfliktpotential. Daher wird in den Medien auch immer wieder vor den drohenden Kriegen ums Wasser gewarnt. Dieses Thema stand im Mittelpunkt der jüngsten Diskussionsrunde von „Eine Welt – Eine Zukunft“ am 8. November in der Berliner Kalkscheune.

Der Jordanier Munqeth Mehyar von Friends of the Earth – Middle East (FoEME) sieht die Frage nach den Wasserkriegen aus seiner Erfahrung heraus relativ gelassen. „Es wird diese Kriege nicht geben, weil auch in der Vergangenheit immer über die Wasserversorgung verhandelt wurde.“ Mit seinem „Good-Water-Neighbour“-Projekt will er dafür sorgen, dass dies in der komplizierten Krisenregion Nahost auch in Zukunft so bleibt. Mehyar und seine Mitstreiter bringen Menschen aus Israel, Jordanien, den palästinensischen Gebieten und Syrien miteinander ins Gespräch. Für all diese Länder bildet der Jordan die Lebensader. So möchte er das Vertrauen schaffen, auf dessen Grundlage politische Lösungen überhaupt erst möglich werden.

Auch Martin Geiger, der Leiter des Fachbereichs Süßwasser beim WWF Deutschland, sieht keine akute Kriegsgefahr. „Im Grunde genommen ist der Wille zur guten Nachbarschaft dominanter, als dass es zum Krieg um Wasser kommen wird“, sagt er. Die Verteilungsverhandlungen zwischen den Staaten, aber auch innerhalb eines Landes seien häufig extrem mühsam. Beispiele aus Kenia oder China zeigten aber, dass sich diese Mühe letztendlich für alle Beteiligten auszahle.

Politikberaterin Annika Kramer von adelphi sieht das Wasser nicht als den Auslöser von Auseinandersetzungen: „Konflikte sind ein Zusammenspiel vieler Faktoren, von denen Wasser aber immer nur einer ist. Betroffen davon sind Regionen, in denen es bereits ethnische oder religiöse Auseinandersetzungen gibt.“

Ist also alles halb so wild? Können wir Europäer uns also bequem zurücklehnen und Wasser weiter so verschwenden wie bisher? Ganz so leicht will uns Munqueth Mehyar nicht aus der Verantwortung entlassen. „Wie kann es moralisch gerechtfertigt sein, wenn die Europäer Südfrüchte aus Krisenregionen importieren und dort die Wasserknappheit und damit die Konflikte noch fördern?“, fragt er. Allerdings ist es für den Verbraucher im Supermarkt fast unmöglich, herauszufinden, ob er mit seiner Kaufentscheidung für Probleme in den Herkunftsländern sorgt. „Letztendlich müsste er dafür jedes Produkt gesondert betrachten, weil nicht jeder Import automatisch auch zu Wasserknappheit führt“, erklärt Martin Geiger. Gleichzeitig hänge ja auch die Existenzen der Landwirte und ihrer Familien am Verkauf. Geiger ist daher guter Hoffnung, dass es neben dem Bio- irgendwann auch ein vergleichbares Wassersiegel geben wird. Wer sicher gehen will, der sollte bis dahin vor allem regionale und saisonale Produkte kaufen.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Anja Goerz und Robert Skuppin (radioeins).

KOMMENTARE
 

Hello,
ich habe ein Frage, soll ich mich fuer dieses Veranstaltung anmelden?

Der Eintritt ist kostenlos und erfolgt ohne Anmeldung. Bis zum 8. November.

Ich bereite zur Zeit meine MSA Präsentationsprüfung vor, als Thema habe ich mir den “Krieg ums Wasser” gewählt. Ich habe mir viele Gedanken zum Thema gemacht und einige Quellen gelesen. Als ich neulich an einem U-Bahnhof das Plakat sah, habe ich mich riesig gefreut, dass dieses Thema diskutiert wird, und auch noch zur richtigen Zeit. Vielen Dank!!!

Wieso ist denn der Volker nicht mehr dabei, der hat mir letztes mal so gut gefallen.

Dieses Mal konnte er leider nicht, aber Anja Goerz wird ihn vertreten. Wir hoffen, dass es Ihnen genauso gut gefällt.

Nette Hinweise! Ich werde mich damit mal genauer auseinander setzen! Bin gespannt auf weitere Posts!

Wirklich Nett! i like it! Wo ist denn der Facebook-Like-Button?

UNSERE GÄSTE
Martin Geiger, Leiter Fachbereich Süßwasser, WWF Deutschland, Berlin

Annika Kramer, Senior Projektmanagerin, adelphi, Berlin

Munqeth Mehyar, Vorsitzender und jordanischer Direktor, Eco Peace – Friends of the Earth Middle East (FoEME), Amman, Jordanien